Die Hoffnung berühren!

Schwungtuch03
Leben ist ein Spiel
“Gratis?” höre ich einen jungen Mann morgens um 8.30 Uhr in einer der städtischen Asylantenwohnung fragen? Er hatte von dem von der Kreiscaritas Unna in Zusammenarbeit mit dem Pastoralverbund Kamen-Kaiserau angebotenen Tagesausflug auf die Fazenda da esperanca nach Mörmter bei Xanten nichts mitbekommen. “Ja!” sage ich ihm und in wenigen Augenblicken ist er bereit und sitzt im Bus mit 50 anderen auf dem Weg an den Niederrhein... Aus Syrien und Pakistan, aus dem Iran und aus Afghanistan, Muslime, Jesiden und Christen, Kinder und ältere Menschen und eben auch knapp 20 Mitglieder des Pastoralverbundes sitzen im Bus. In Mörmter wird die Gruppe herzlich begrüßt von den Bewohnern der Fazenda und auch die kommen aus aller Herren Länder, aus Nigeria und Guinea-Bissau, aus Brasilien und Deutschland, aus Russland und... Und vom ersten Augenblick der Begegnung ist eine Freude unter allen zu spüren, die jeden erreicht. Wir tanzen und singen, wir spielen und tauschen aus, und wir erzählen durch viele Brüche hindurch “Hoffnungsgeschichten”. Für das Mittagsbuffet haben viele der Teilnehmer Spezialitäten aus ihrem Land mitgebracht. Als alles aufgebaut ist, haben wir den Eindruck vor einem “himmlischen Hochzeitsmahl” zu stehen... Allein der Anblick dieses Mahles, bei dem sich jeder bedient und dann in kleinen Gruppen im Garten der Fazenda zusammensitzt, wird etwas von “internationaler Familie” deutlich. Es erscheint wie ein Mosaik. Junge Männer und Frauen sind durch die “Macht der Droge” aus ihren Lebenszusammenhängen herausgerissen worden, für sie galt: “Wenn du so weitermachst wie bisher, wirst du bald sterben!” Auf der Fazenda haben sie eine neue HOFFNUNG entdeckt und aus den Bruchstücken ihres Lebens ist ein strahlendes Mosaik entstanden. Und jeder Gast ist sofort mit drin. Hoffnung wird greifbar!
gruppenbildMRMTER
Als wir abends nach Kamen wieder heimkehren, schaue ich in das Gesicht des jungen Algeriers. Morgens hatte er mir noch gesagt: Ich will hier weg. Ich verkomme vor Langeweile, denn ich darf nicht arbeiten und bekomme kein Geld und kann auch nur schwer die Sprache lernen. Ich habe hier in Deutschland keine Hoffnung. Am Ende dieses Tages strahlt sein Gesicht und er sagt mir: “Wir müssen dringend noch mal reden!”