Dritter Pilgerweg der Männer im Netzwerk der Santiago-Wege

Harrald__Jaroj
Brückenschlag über Welten
“Auf dem Pilgerweg nach Santiago geht niemand allein. Immer nehmen wir Anliegen, Menschen, Schicksale, Fragen und Sehnsüchte mit! Und ich bitte Sie -  denn Sie wissen ja, wie es um die Kirche in diesen Jahren steht - nehmen Sie bitte auch die Kirche mit auf den Weg!” Wir stehen mit 13 Männern im Dom zu Osnabrück. Bischof Franz-Josef Bode hatte sich bereit erklärt, uns am frühen Donnerstag-Morgen den Pilgersegen für die Etappe “Osnabrück - Münster” zu geben. Aber bevor er uns auf den Weg sandte, bat er, die Kirche mit auf den Weg zu nehmen - mit Tränen in den Augen. Als wir zwei Tage später abends im Männerfokolar in Münster sitzen und von unseren verschiedenen Pilgererfahrungen und Lebensentwürfen erzählen, sagt einer der Männer: “Der gestrige Tag war soooo schwer! Die Riemen des Rucksacks schnitten mir in die Schultern. Ich hatte den Eindruck, Steine zu schleppen. Meine Füße waren so schwer und ich hatte Mühe durchzuhalten. Und immer wieder kam mir das große romanische Kreuz im Dom zu Osnabrück vor Augen. Vier mal sechs Meter hatte uns der Bischof gesagt. Und wir hatten ja gesagt zu diesem Kreuz der Kirche und unser Gebetsversprechen gegeben. Jetzt weiß ich, warum der Weg so schwer war!”

pilgerweg

Eine von vielen Pilgererfahrungen auf dem diesjährigen Weg. Immer orientiert am Wort des Evangeliums waren wir weit über 50 Kilometer gegangen - uns austauschend, oder schweigend - ein Bibelgespräch haltend oder den Rosenkranz betend... Männer aus unterschiedlichsten Lebenssituationen und Ländern, aus Deutschland, Polen und Sri Lanka, aus verschiedenen Kirchen und Überzeugungen... Männer, die wieder neu die Erfahrung machen wollten, was es bedeutet, als Brüder unterwegs zu sein.