Für ausgegrenzte Menschen stark machen

Mit dem zweiten Preis (1.500 Euro) wurde die Caritas-Konferenz St. Alexander in Schmallenberg ausgezeichnet, die mit einer Vielzahl an Aktivitäten Menschen anspricht, die einsam, arm oder fremd sind. Der dritte Preis (1.000 Euro) ging an die Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt der Flüchtlingshilfe Am Ostpark in Dortmund.

30.07.2016 // Der Pauline-von-Mallinckrodt-Preis 2016 geht am Caritas-Tag in der Libori-Festwoche an Ehrenamtliche aus Kamen, Schmallenberg und Dortmund

Der Pauline-von-Mallinckrodt-Preis der CaritasStiftung für das Erzbistum Paderborn geht in diesem Jahr an drei Projekte, die sich ehrenamtlich gegen Ausgrenzung und Benachteiligung einsetzen. Den ersten, mit 2.500 Euro dotierten Preis, erhielt der "Engagierten-Treff Asyl" in Kamen-Kaiserau. Mit dem zweiten Preis (1.500 Euro) wurde die Caritas-Konferenz St. Alexander in Schmallenberg ausgezeichnet, die mit einer Vielzahl an Aktivitäten Menschen anspricht, die einsam, arm oder fremd sind. Der dritte Preis (1.000 Euro) ging an die Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt der Flüchtlingshilfe Am Ostpark in Dortmund.

pauline von mallinckrodt preis 02Der erste Platz beim Pauline-von-Mallinckrodt-Preis (2.500 Euro) ging an den „Engagierten-Treff Asyl“ in Kamen-Kaiserau. Von links: (hinten von links:) Hakim Tajik, Elham Tajik, Pfarrer Meinolf Wacker, Makadij Baine, Ilona Schickentanz, Magdalena Meschede sowie (vorn von links) Reuben Asare und Thorsten Rabe. (Foto: cpd / Jonas)

Weihbischof Dominicus Meier OSB überreichte die Preise am Samstag, den 30. Juli, im Rahmen des Caritas-Tages in der Libori-Festwoche in Paderborn. Eine unabhängige Jury hatte die Preisträger aus einer Rekordzahl von insgesamt 20 vorgeschlagenen Projekten ausgewählt. Unter dem Motto "Dazugehören" wurden ehrenamtliche Gruppen und Initiativen angesprochen, die sich für ausgegrenzte und an den Rand gedrängte Menschen stark machen und sie einbinden.

"Das Ausgrenzen von Menschen widerspricht dem christlichen Leitgedanken von der grundsätzlichen Gleichheit aller Menschen", betonte Domkapitular Dr. Thomas Witt, Kuratoriumsvorsitzender der CaritasStiftung. "Die Caritas kann und will nicht neutral bleiben, wenn Menschen in unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt oder gar ausgegrenzt werden." Die für den Preis nominierten Projekte zeigten, dass es im Erzbistum Paderborn eine Reihe von Gruppen und Initiativen gebe, die sich dafür stark machen, Menschen einzubinden. "Damit zeigen wir als Christinnen und Christen im Erzbistum Paderborn Flagge und machen unsere Verantwortung und unseren Auftrag für unsere Mitmenschen deutlich."
Anstelle eines Festvortrages trat Schwester Christhild Neuheuser SCC von den "Schwestern der christlichen Liebe" in Paderborn in einen Dialog mit ihrer Ordensgründerin und Namensgeberin des Caritas-Preises, Pauline von Mallinckrodt, alias Regionaloberin Schwester Ancilla König. Dabei verwiesen beide auf die Fluchterfahrungen des Ordens in der Zeit des Kulturkampfes im 19. Jahrhundert. Im Gegensatz zu vielen Flüchtlingen heute in Europa seien sie in den USA aber glücklicherweise als Lehrerinnen willkommen gewesen. "Wir gehörten schnell dazu." Schwester Christhild betonte, dass es Pauline von Mallinckrodt immer ein Anliegen gewesen sei, Menschen vom Rande dazu zu holen.

Der  mit dem ersten Preis ausgezeichnete "Engagierten-Treff Asyl" entstand bereits 2009 aus einem Projekt zur Firmvorbereitung im Pastoralverbund Kamen-Kaiserau. Dabei besuchten Jugendliche in Kamen Menschen mit Migrationshintergrund. Inzwischen hat sich ein Netzwerk mit mehr als 50 Ehrenamtlichen entwickelt. Neben einer regelmäßigen Sprechstunde für Asylsuchende, Hilfe bei der Wohnungssuche und Deutschkursen gibt es verschiedene Begegnungs- und Freizeitangeboteangebote, eine Kindergruppe, eine Kleiderkammer sowie Fortbildungs- und Supervisionsangebote für Ehrenamtliche. "Die große Vielfalt an Aktionen und Angeboten ist beachtlich", würdigte Domkapitular Dr. Thomas Witt die Aktivitäten in Kamen. Bemerkenswert sei, dass sich die Initiative bereits seit 2009 und nicht erst seitdem das Thema Flüchtlinge in aller Munde ist, in der Flüchtlingsarbeit engagiere. Lobenswert sei auch die Einbeziehung von Jugendlichen in die Aktivitäten und die vorbildliche Vernetzung mit anderen Gruppen der Flüchtlingsarbeit. "Hier wird nicht nur etwas für Flüchtlinge getan, sondern mit Flüchtlingen gemeinsam."

pauline von mallinckrodt preis 03Mit dem zweiten Preis (1.500 Euro) wurde die Caritas-Konferenz St. Alexander in Schmallenberg ausgezeichnet, die mit einer Vielzahl an Aktivitäten Menschen anspricht, die einsam, arm oder fremd sind. Von links: Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, Doris Schmidt, Domkapitular Dr. Thomas Witt, „Mutter Pauline“ (Sr. Ancilla König), Hildegard Kleffmann, Doris Droste, Christine Zelczak, Anne Brüggemann, Ursula Heyer, Helga Hasse und Weihbischof Dr. Dominicus Meier. (Foto: cpd / Sauer)

Die zweitplatzierte Caritas-Konferenz St. Alexander Schmallenberg spricht mit einer Vielzahl von Aktivitäten Menschen an, die einsam, arm oder fremd sind. Insgesamt engagieren sich über 90 Frauen und Männer in unterschiedlichen Projekten. Dazu gehören der Sonntagstreff für Alleinstehende, die Kontaktbörse für gemeinsames Musizieren, Sport treiben oder Handarbeiten, das Multi-Kulti-Café für Flüchtlinge und Einheimische, der Second-Hand-Laden sowie der Besuchsdienst für alte und kranke Menschen. "Beeindruckend ist hier nicht zuletzt die Vielzahl an Aktionen und Aktivitäten für Menschen am Rande", sagte Dr. Witt. "Zudem gelingt es der Caritas-Konferenz in vorbildlicher Weise junge und ältere Menschen miteinander zu vernetzen und für ein ehrenamtliches Engagement zu gewinnen."

pauline von mallinckrodt preis 04Der dritte Preis (1.000 Euro) ging an die Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt der Flüchtlingshilfe Am Ostpark in Dortmund. Von links: Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, Domkapitular Dr. Thomas Witt, Alessia Mainardi, Christian Strupp, Andreas Hense und Fabian Menke.(Foto: cpd / Jonas)

Die mit dem dritten Preis gewürdigte Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt der Flüchtlingshilfe Am Ostpark in Dortmund entwickelte sich aus den Reihen einiger radfahr-begeisterter Dortmunder aus dem Umfeld der im Februar 2015 eingerichteten die Übergangseinrichtung. Ziel ist es, den Flüchtlingen zu mehr Mobilität zu verhelfen sowie Sprachkompetenz und Kontakte zu Einheimischen zu fördern. Verkehrserziehung sowie Fahrradunterricht besonders für geflüchtete Frauen sowie Fahrradausflüge runden das Angebot ab. "Die Fahrradwerkstatt ist ein konkreter Beitrag zu höherer Mobilität und Unabhängigkeit gerade auch von Frauen", würdigte Dr. Witt. "Damit ist es - ganz im Sinne des diesjährigen Mottos ,Dazugehören´ - ein wertvoller Beitrag zur Integration von Geflüchteten und Neuzugewanderten."

Der Preisverleihung ging ein buntes Fest der Begegnung auf dem Kardinal-Degenhardt-Platz vor der Stadtbibliothek in Paderborn voraus. Rund 800 Haupt- und Ehrenamtliche aus Pfarrgemeinden, caritativen Diensten und Einrichtungen im Erzbistum Paderborn genossen Musik, Aktionen und Impulse. 

Hintergrund: Pauline-von-Mallinckrodt-Preis

Benannt ist der Preis der CaritasStiftung nach der seligen Pauline von Mallinckrodt (1817-1881), der Begründerin der Blindenfürsorge in Paderborn und Gründerin der Ordensgemeinschaft der Schwestern der christlichen Liebe. Der Preis wird jeweils im Rahmen des Caritas-Tages in der Paderborner Libori-Festwoche verliehen. Mit dem Preis fördert die CaritasStiftung ehrenamtliche Caritas-Initiativen im Erzbistum, die sich in besonderer Weise im Sinne des jeweiligen Jahresthemas verdient machen. 

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