Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn

Gruppe Evangelisierung aMitarbeiter des „Teilbereichs Evangelisierung“ zu Besuch in Kamen
An vielen Orten des Erzbistums Paderborn entstanden in den vergangenen Jahren Aufbrüche und innovative Projekte, die den Glauben vor Ort neu ins Gespräch bringen. Das Teilprojekt Evangelisierung, ein Projekt im Rahmen der Bistumsentwicklung des Erzbistums, lädt alle Interessierten ein,

diese Projekte zu besuchen und so von den Erfahrungen zu profitieren, die dort gemacht werden. 

Im Rahmen dieser Angebotsreihe waren am Dienstag, 24.01.2017, fünf MitarbeiterInnen des Projektes „Evangelisierung“ nach Kamen gekommen.  Als sie ankamen, wogte ihnen gleich Unvorhersehbares entgegen. Kurz zuvor war ein hilfloser syrischer junger Vater gekommen, der seinen 5-jährigen Sohn verloren hatte und nun ziellos durch die Stadt irrte. Mit viel Geduld und mit Hilfe der Polizei wurde der Kleine wiedergefunden. Zielgenau kam der Kleine Wassim an, als auch die Besuchergruppe aus Paderborn den Friedensmahner vor dem Pfarrhaus in Kamen erreichten. So standen sie sofort vereint mit der syrischen Familie unter dem Horizont des Einander-Bruder-und-Schwester-Seins.

Im O-Punkt, einem vom PV-Kamen-Kaiserau mit Geldern aus dem Flüchtlingsfond des Erzbistums Paderborn angemieteten Beratungsbüro,  erzählten Mitarbeiter und Mitarbeiter von ihrer Beratungsarbeit und dem Engagement vieler Paten. Mitglieder des Netzwerkes EnTrA (EngagiertenTreffAsyl), einer Initiative der katholischen Kirche und des Vereins ProMensch Kamen e.V. haben sich für die Flüchtlingsberatung in Kamen zusammen getan. Da die nachmittägliche Begegnung während der Öffnungszeit stattfand, war auch hier Tuch-Fühlung mit dem Leben und der Not vieler Flüchtlinge  angesagt. Gleiches ereignete sich beim Besuch im Klamotten-Café, in dem die Besucher freundlich aufgenommen wurden. Die vielen Kinder machten es sich zum Spaß, wirklich jedem die Hand zu schütteln. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Cafés erzählten im Anschluss von der Genese des Cafés und teilten viele bunte Erfahrungen. Da parallel die Kleiderstube der Caritas geöffnet ist, kamen einige Flüchtlinge stolz mit neuen „Klamotten“ ins Café. Die Vernetzung der Angebote war sofort erlebbar.

Der Film „be brother – be sister“, im Sommercamp 2015 in Kamen entstanden,  weitete den Blick über die alltägliche Arbeit der vielen im EnTrA  engagierten Flüchtlingshelferinnen und –helfer hinaus. Ein internationales Netzwerk für die eine Menschheit Engagierter junger Menschen wurde erlebbar. Abgerundet wurden die vielen Eindrücke von drei Lebensgeschichten, die junge Flüchtlinge aus Albanien, Afghanistan und Ghana allen erzählten.

Beim abschließenden kurzen Gebet im Zelt in der Kirche Heilige Familie waren all die Menschen, denen wir begegnet waren, in unserem Gebet  präsent, die verzweifelten syrischen Eltern, die ihr Kind verloren hatten, der kleine verlorene und wiedergefundene Sohn Wassim, Martina, Georg, Klaus, Momo und Khatuna aus dem Beratungsteam im O-Punkt, Ilona, Elisabeth, Reuben, Ingrid, Sabine und Roswitha und Caro aus dem Klamotten-Café, Ursula, Luise, Ingrid und Maria aus der Kleiderstube, Elham, Hakim, Prandevera und Reuben mit ihren z.T. sehr dramatischen Fluchtgeschichten, Ahmed, Salem, Rasool, Siamak und all die Kinder aus dem Café…
Unter dem Dach des Zeltes war es offensichtlich: Wir alle sind gerufen, zueinander aufzubrechen und unsere menschliche Zeltexistenz zu leben. Dankbar verabschiedeten wir uns voneinander.